bluten

es mag mittlerweile einige seiten über svv geben, dennoch möchte ich hier ein bißchen etwas dazu veröffentlichen, wie es mir begegnet. nein, ich werde keine info-seite erstellen über hintergründe, ursachen, arten und dergleichen. ich werde wohl einfach ein paar dinge zeigen, wie es mir in meinem leben begegenet - aktiv bei mir selber und passiv bei anderen.

 

Rote Tränen

 

•Rote Tränen• [Goethes Erben]

Es macht mir eigentlich keine Freude
in meine eigene Hand zu schneiden,
rote Tränen zu beobachten,
die einen kleinen Rinnsal bildend mich verlassen.
Die einzige Möglichkeit mich an mir zu rächen
Zu sühnen für das was ich sprach und tat.
Ohne bewußt gehandelt zu haben.
Es kommt mir vor als hätte ich nie gelacht
nie geweint,
gelacht geweint

Die Bilanz zeigt aufwärts
Doch verliert sich die schwarze Linie am trüben Horizont der brennt.
Mit steigender Tendenz Richtung Unendlichkeit
Weit entfernt von so etwas wie Gefühlen.

Ich spüre nicht das Stück Fleisch,
daß anstatt meiner rote Tränen weint.
Im Moment noch wenige
Und jeder Schritt abseits der Linie wird bestraft
mit flüsternden Worten die mehr rote Tränen fordern.
Hört nur wie sie flüstern und wispern
schimpfen und geifern
stechen und bohren
zerren und beißen
fordern: rote Tränen zu weinen
und schließlich darum betteln

Endlich rote Tränen zu weinen
Endlich rote Tränen zu weinen
... rote Tränen zu weinen
... Tränen zu weinen
... zu weinen
... weinen

 

 

•Narben• [Subway to Sally]

Mit der Klinge fahr ich langsam
meinen Unterarm hinauf.
Dann ein Schnitt, klein und flach,
und die Welt um mich blüht auf.

Schmerz schärft alle meine Sinne,
jede Faser ist gestimmt.
Und ich hör den Körper singen,
wenn der Schmerz die Last mir nimmt.

Tiefer noch ein bisschen tiefer
schneid ich in den weißen Arm.
Aus der Wunde sickert lautlos
dunkles Blut und mir wird warm.

Das Blut so rot, das Blut so rein.
Die Zeit heilt meine Wunden nicht.
Mein Blut zu sehn, ist wunderschön,
mein Blut zu sehen, tröstet mich.

Glück durchströmt den ganzen Körper.
Schmerz treibt jeden Schmerz heraus.
Um auf diese Art zu fühlen,
nehm ich all das Leid in Kauf.

Das Blut so rot, das Blut so rein ...
Ich verletze nur die Hülle.

Alles was darunter liegt,
hab ich so tief eingeschlossen,
dass es sich mir selbst entzieht.

Das Blut so rot, das Blut so rein ...


 

| hass | (seelensterben)

Lautlos kullern sie aus dem Auge,
nehmen ihren Weg über mein Gesicht.
Lautlos fließen sie aus der Wunde,
nehmen ihren Weg über meinen Arm.

Tränen, die reinwaschen sollen meine Gedanken,
die lösen sollen den tiefen Schmerz.

Ob farblos, ob rot - kein Unterschied.
Alleine - Niemand sieht sie.
Niemand erahnt sie.
Niemand trocknet sie.
Ich brauche sie.
Ich liebe sie.
Denn ich hasse mich.

| 16/05/03 |





| lebe | (seelensterben)

fort,fort,fort -
kleiner gedanke,
fort aus meinem kopf,
nun lass mich doch allein.

roll,roll,roll -
kleine träne,
roll wange entlang;
so salzig und allein.

tropf,tropf,tropf -
kleine träne,
tropf in den roten fluss,
so klar und so rein.

fließ,fließ,fließ -
kleine träne,
fließe ihn entlang,
weit fort und sei nicht bang.

sieh,sieh,sieh -
kleines auge,
sieh die schwarze sonne,
wie sie hämisch grinst.

stirb,stirb,stirb -
kleiner gedanken,
stirb im licht der sonne,
so schwarz und so kalt.

leb',leb',leb' -
toter körper;
leb' im andren reich;
gelöst von schmerz und tränen!

| 18/05/03 |